Vier Meter, die den Unterschied machen – Lückenschluss im Mittelspannungsnetz von Mühlehorn
Kleine Strecke, grosse Wirkung
Für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Stromnetz sind nicht immer grosse Bauvorhaben notwendig. Manchmal entscheidet ein vergleichsweise kleines Teilstück über die Vollständigkeit und Flexibilität einer Netzinfrastruktur. Genau dies war in Mühlehorn der Fall.
Zwischen zwei bestehenden Rohrtrassen des Mittelspannungsnetzes fehlte ein Verbindungsstück von lediglich rund vier Metern Länge. Obwohl die Distanz überschaubar war, stellte die Lage der Verbindung eine besondere Herausforderung dar: Das fehlende Teilstück befand sich im Bereich der Nationalstrasse N3, wodurch Arbeiten nur unter speziellen Voraussetzungen möglich waren.
Gelegenheiten nutzen für den Netzausbau
Die Erstellung der Rohrverbindung war schon länger vorgesehen. Aufgrund der Lage unter beziehungsweise unmittelbar neben der Nationalstrasse wären jedoch umfangreiche Verkehrs- und Sicherheitsmassnahmen erforderlich gewesen.
Eine ideale Gelegenheit ergab sich im Zusammenhang mit den Arbeiten am Projekt Sicherheitsstollen, für welche die Nationalstrasse N3 in Fahrtrichtung Zürich ohnehin gesperrt werden musste. Das Team Netze der TBGN nutzte dieses Zeitfenster gezielt, um die fehlende Netzverbindung gleichzeitig zu realisieren.
Durch die Koordination der Arbeiten konnten Synergien genutzt, zusätzliche Einschränkungen für den Verkehr reduziert und die Umsetzung wirtschaftlich optimiert werden.
Präzisionsarbeit in zwei Metern Tiefe
Im Rahmen des Projekts wurde das fehlende Teilstück der Rohranlage erstellt und die Verbindung zwischen den bestehenden Rohrtrassen geschlossen. Die Arbeiten umfassten:
- Erstellung eines rund 4 Meter langen Rohrabschnitts
- Aushubarbeiten bis auf eine Tiefe von rund 2 Metern
- Einbindung in die bestehende Mittelspannungsinfrastruktur
- Sicherstellung der langfristigen Erweiterbarkeit und Betriebssicherheit des Netzes
Auch wenn die Bauetappe nur kurz war, erforderte sie eine sorgfältige Planung und präzise Ausführung, da Arbeiten im Bereich einer Nationalstrasse stets höchste Anforderungen an Sicherheit und Koordination stellen.
Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern
Für die erfolgreiche Umsetzung arbeitete die TBGN mit erfahrenen Fachunternehmen zusammen.
Beteiligt waren:
- Kamm Baut AG, Mühlehorn – Teilaushub und Kernbohrungen
- Etraxa AG – Einsatz eines Saugbaggers für Arbeiten im sensiblen Autobahnbereich
- Zurbrügg Montagen
Insbesondere der Saugbaggereinsatz ermöglichte ein schonendes und präzises Freilegen bestehender Infrastrukturen und trug wesentlich zur sicheren Durchführung der Arbeiten bei.
Investition in die Zukunft des Stromnetzes
Mit dem Schliessen dieser letzten Lücke wurde ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau des Mittelspannungsnetzes geschaffen. Die neue Rohrverbindung verbessert die Flexibilität bei zukünftigen Netzprojekten und schafft die Voraussetzungen für einen effizienten Ausbau der Stromversorgung in der Region.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie durch vorausschauende Planung, die Nutzung günstiger Gelegenheiten und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern auch kleine Massnahmen einen nachhaltigen Mehrwert für die Netzinfrastruktur schaffen können.
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