Von der Trafostation zum Netzanschluss – 540 Meter für die Stromversorgung von morgen
Nächste Etappe nach dem Neubau der Trafostation Radweg in Obstalden
Mit dem Neubau der Trafostation Radweg (Bericht hier) in Obstalden wurde im Jahr 2026 ein wichtiger Meilenstein für die Modernisierung der lokalen Stromversorgung erreicht. Die neue Trafostation bildet seither das Herzstück einer zukunftsfähigen Netzinfrastruktur in dieser Region und ersetzt die bisherige, in die Jahre gekommene Anlage. Damit eine Trafostation ihre Wirkung jedoch voll entfalten kann, braucht es leistungsfähige Verbindungen ins bestehende Stromnetz.
Genau hier setzte das Folgeprojekt zwischen Nidstalden 23 und Radweg 2 in Obstalden an: Mit einem rund 540 Meter langen Kabelzug wurde die neu erstellte Trafostation an das Mittelspannungsnetz angebunden und die Grundlage für weitere Netzoptimierungen geschaffen.
Verbindung zwischen Bestand und neuer Infrastruktur
Der Kabelzug stellte die logische Fortsetzung des Projekts «Trafostation Radweg Obstalden» dar. Ziel war es, die neue Anlage in das bestehende Netz zu integrieren und damit die Voraussetzungen für eine langfristig sichere und leistungsfähige Stromversorgung zu schaffen.
Über eine Distanz von rund 540 Metern wurde ein neues Mittelspannungskabel zwischen den Standorten Nidstalden 23 und Radweg 2 eingezogen. Solche Kabelverbindungen bilden die Lebensadern des Stromnetzes und transportieren elektrische Energie zuverlässig zwischen den verschiedenen Netzpunkten.
Mehr als Strom: Infrastruktur für die digitale Zukunft
Im Rahmen der Arbeiten wurde nicht nur das neue Mittelspannungskabel verlegt. Gleichzeitig nutzte die TBGN die Gelegenheit, auch ein sogenanntes Pipe-System für künftige Glasfaserverbindungen einzuziehen.
Dadurch entstehen wertvolle Synergien zwischen den Bereichen Strom- und Datennetze. Zu einem späteren Zeitpunkt kann das Team Datennetze die notwendige Glasfaserinfrastruktur zwischen den beiden Standorten einziehen, ohne erneut Tiefbauarbeiten durchführen zu müssen.
Mit diesem Vorgehen werden künftige Ausbauprojekte effizienter, wirtschaftlicher und ressourcenschonender umgesetzt.
Anspruchsvoller Leitungsverlauf im Gelände
Besonders anspruchsvoll war der Verlauf der Leitung. Anders als bei einem geradlinigen Kabelzug führte die Trasse zunächst durch eine Kurve, verlief anschliessend bergab, stieg danach nochmals leicht an und führte schliesslich erneut deutlich ins Gefälle.
Diese topografischen Gegebenheiten machten den Kabelzug technisch anspruchsvoll und erforderten eine sorgfältige Planung. Für die Umsetzung wurden deshalb drei Arbeitsstationen eingerichtet, die von den beteiligten Mitarbeitenden koordiniert betrieben wurden.
Eine zentrale Rolle spielte dabei ein Zugentlastungsschacht, der als Zwischenstation diente und die beim Einziehen auftretenden Kräfte auf das Kabel reduzierte. Zusätzlich wurden sowohl das Mittelspannungskabel als auch die verlegte Rohrleitung mit speziellem Kabelfett behandelt. Dies verringerte die Reibung und erleichterte den Einzug über die gesamte Strecke.
Dank dieser Massnahmen konnte die Leitung sicher und materialschonend verlegt werden.
Investition in kritische Infrastruktur
Der Ausbau verdeutlicht auch die zunehmende Bedeutung von Rohstoffen für Energieinfrastrukturen. Insbesondere die Kosten für Kupferkabel sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ursachen dafür sind unter anderem die weltweit steigende Nachfrage nach Energie- und Netzinfrastrukturen, geopolitische Entwicklungen sowie die Preisentwicklung an den internationalen Rohstoffmärkten.
Umso wichtiger ist eine sorgfältige Planung und langfristige Ausrichtung von Netzprojekten, damit Investitionen nachhaltig wirken und die Versorgungssicherheit in unserem Versorgungsgebiet auch künftig gewährleistet bleibt.
Zusammenarbeit mit Spezialisten
Für die Umsetzung des Kabelzugs arbeitete die TBGN mit der Calanda Logistik AG aus Chur zusammen. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich Trafostationen und anspruchsvoller Kabelzüge und unterstützte die Arbeiten mit spezialisiertem Know-how und entsprechender Ausrüstung.
Die nächsten Schritte sind bereits geplant
Mit dem erfolgreichen Kabelzug ist die Modernisierung in diesem Netzabschnitt noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten folgen weitere Arbeiten rund um die neue Trafostation Radweg:
- Umkabelung von Niederspannungsanschlüssen im Bereich Radweg 2
- Weitere Optimierungen der Netzstruktur
- Rückbau bestehender Freileitungen
- Entfernung alter Holzmasten, inkl. fachgerechter Entsorgung
Damit wird die ursprünglich mit dem Neubau der Trafostation gestartete Modernisierung konsequent weitergeführt.
Schritt für Schritt zum modernen Stromnetz
Der Kabelzug zwischen Nidstalden und Radweg zeigt, dass eine zuverlässige Stromversorgung weit mehr umfasst als Trafostationen und sichtbare Anlagen. Oft sind es die unsichtbaren Verbindungen im Untergrund, die den entscheidenden Beitrag zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit eines Netzes leisten.
Arbeiten, wo andere Ferien machen!
Solche Projekte sind nur dank engagierter Fachpersonen möglich. Netzelektrikerinnen und Netzelektriker sorgen täglich dafür, dass Strom zuverlässig dorthin gelangt, wo er gebraucht wird – von Trafostationen über Mittelspannungsleitungen bis hin zu Hausanschlüssen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Versorgungssicherheit, Energiewende und moderner Infrastruktur.
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